Kein Buch mit sieben Siegeln – die Bibel

Dekanatssynode entscheidet sich für Jahresthema 2014/15

Nicht leicht machten sich die Synodalen des Evangelischen Dekanates Runkel die Entscheidung über das Jahresthema 2014/15 des Dekanates. Drei Vorschläge wurden der Synode präsentiert: „Alt und Jung“, „Kein Buch mit sieben Siegeln – die Bibel“ und „Kirche in der ICH-Gesellschaft“. In sehr angeregt und engagiert geführten Gesprächsrunden sammelten die Synodalen Argumente für die jeweiligen Themen, die dann dem Plenum vorgestellt und erläutert wurden. Nach zwei Abstimmungsrunden setzte sich schließlich „die Bibel“ durch.
Die Dekanatssynode hatte auf ihrer Frühjahrstagung im Festsaal der Vitosklinik in Hadamar eine umfangreiche Tagesordnung ab zu arbeiten. Nach dem einleitenden Gottesdienst in der Ägidienkirche, den der Kirberger Gemeindepfarrer Achim Weber hielt, musikalisch unterstützt vom Organisten Peter Schneider-Ludorf aus Wolfenhausen, stellte sich zunächst die Mitarbeitenden-Vertretung des Dekanates den Synodalen vor. Die Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstandes (DSV), Irmgard Busch, informierte die Synode über aktuelle Themen wie die Auswirkungen der Pfarrstellenbemessung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Berichten konnte sie auch über weitere Gespräche mit dem DSV des Dekanates Weilburg über die zu intensivierende Kooperation, die schließlich in die von der EKHN-Kirchenleitung gewollte Fusion münden sollen. Die Neuordnung der Dekanate in der EKHN sieht vor, die jetzt noch 46 auf bis zu 25 zu reduzieren.
Mit Spannung erwartet wurde die durch den aus persönlichen Gründen vollzogenen Rücktritt von Bert Rothermel notwendig gewordene Nachwahl eines Pfarrers in den Dekanatssynodalvorstand. Vor Eintritt in die Wahl verabschiedete die Vorsitzende den Pfarrer der Kirchengemeinden Nauheim und Neesbach und dankte ihm für 17 Jahre engagierte und kooperative Mitarbeit im DSV und in vielen Projekten des Dekanates. Als ein Beispiel erfolgreichen Wirkens hob sie den Einsatz Rothermels in der Konfirmandenarbeit hervor. Er organisierte und leitete nicht nur die erfolgreichen Dekanatskonfitage des Dekanates, sondern „erfand“ auch die inzwischen in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden des Dekanates angebotenen „Konfi-Fahrten“ mit Segelschiffen auf dem niederländischen Ijssel-Meer.
Für die Nachfolge Rothermels kandidierten die Gemeindepfarrer Carsten Adams aus Runkel und Wolfgang Plodek. Beide erläuterten den Synodalen ihre Konzepte,die sie auf drei wesentliche Anforderungen an das Profil der Kandidaten stützten: Identifizierung mit dem Leitbild des Dekanates, Kooperation mit anderen Kirchengemeinden und Bereitschaft zur Weiterentwicklung des Dekanatsprofils. Nach kurzer Fragerunde wählten die Synodalen Wolfgang Plodek in den Dekanatssynodalvorstand.
Ein weiterer Schwerpunkt der Synode war die Präsentation der Broschüre „Erinnerte Zukunft. Das Gestern ins Morgen bringen“ und eines ersten Folgeprojektes. In der Broschüre zusammen gefasst sind die Ergebnisse des im Dekanat Runkel angesiedelten Projektes „Regionalgeschichtliche Erinnerungsorte in und um Limburg“. Im Rahmen des VIDETO-Programms (Vielfalt-Demokratie-Toleranz) im Landkreis Limburg-Weilburg suchten Jugendliche Orte und Personen aus, an denen sich geschichtliche Erfahrungen im Hinblick auf vielfältiges, tolerantes Miteinander und eine demokratische Gemeinschaft verdichten. Beispielhaft genannt seien die ehemalige Synagoge in Schupbach, Werner Senger, Stifter des Bürgerhospitalfonds in Limburg oder die Mordschau in Elz. Die Broschüre bietet pädagogische Umsetzungsmöglichkeiten, die in kommunalen und kirchlichen Jugendgruppen, der Konfirmandenarbeit, in Schulen und Vereinen praktisch erprobt werden können.
Ein erstes praktisches Beispiel führte Ursula Bornemann, Gemeindepädagogin im Dekanat vor. In Kooperation mit der Jugendfreizeitstätte Limburg und der Kulturenwerkstatt in der Limburger Nordstadt entstand der Film „Jugend fragt…“ mit dem Untertitel „Erinnerungsorte – Gastarbeiter in Limburg“. 18 Jugendliche mit 12 unterschiedlichen Nationalitäten erdachten, konzipierten und drehten den Film. Den Synodalen vermittelte ein achtminütiger Trailer einen ersten Eindruck. Vorgeführt werden wird der fertige Film erstmals während der „Interkulturellen Woche“. Heftiger Beifall als Dank an die „Macher“ des Projektes Erinnerungsorte und des Filmes brachte zum Ausdruck, wie wichtig gerade auch solche Formen evangelischer Jugendarbeit aus Sicht der Synodalen sind. In den Dank eingeschlossen wurde ausdrücklich der Initiator und erste Organisator des Projektes, Pfarrer Thomas Eberl, der als damaliger Pfarrer für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat das Projekt in mühevoller Kleinarbeit angeschoben hatte.

“Glauben entdecken” ist das Jahresthema 2012

Die Synode des Evangelischen Dekanates Runkel hat auf ihrer Frühjahrstagung das Jahresthema 2012 beschlossen. Die Synodalen wählten mit großer Mehrheit das Thema „Glauben entdecken“. Zur Auswahl standen drei Themen, die eine Arbeitsgruppe des Dekanates aus einer Anzahl von Vorschlägen ausgewählt hatte, die aus den gemeinden eingegangen waren. Neben „Glauben entdecken“ standen „Jung und Alt“ und „Nachhaltigkeit – nach uns keine Sintflut“ zur Wahl. Nach einem intensiven Austausch über die Themen, in dessen Verlauf bereits viele Ideen und Anregungen zu allen drei Themen gemacht wurden, entschieden sich die Synodalen per Handzeichen für „Glauben entdecken“. Eine Vorbereitungsgruppe unter der Leitung von Pfarrer Thomas Eberl, Profilstelle Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung des Dekanates, wird Ideen und Vorschläge sammeln, sichten und bündeln, um auf der Herbstsynode 2011 ein vorläufiges Programm vorstellen zu können.